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Kuckucksuhr

      
traditionelle schwarzwälder Kuckucksuhr
traditionelle "Schwarzwälder Kuckucksuhr"
 
 
Moderne Kuckucksuhr Collage © Progetti Srl, Italy
moderne Kuckucksuhren im Onlineshop
von wanduhrwelt.de
 
 
Größte freihängende Kuckucksuhr der Welt in St. Goar
größte freihängende Kuckucksuhr der Welt
 
Bild- und Mediennachweise:
© VRD - Fotolia.comLucky Dragon - Fotolia.com
© jenshagen - Fotolia.com, Progetti Italia Srl

Die Kuckucksuhr gilt als ein Markenzeichen des Schwarzwalds und seiner jahrhundertealten Uhrmacher-Tradition. Heute wird sie weltweit exportiert - in vielen Ländern ist die Kuckucksuhr ein Symbol für deutsche Handwerkskunst. Für die Schwarzwälder Uhrenindustrie sind Kuckucksuhren ein wichtiges Exportgeschäft. Auch bei einheimischen Käufern sind die Uhren mit dem Kuckuck nach wie vor begehrt.

Woher stammt die Kuckucksuhr?

Die erste urkundlich erwähnte Kuckucksuhr stammte allerdings nicht aus dem Schwarzwald, sondern wurde wahrscheinlich in Böhmen oder Italien hergestellt. Sie befand sich im Besitz des Kurfürsten August von Sachsen. Der Augsburger Patrizier Philipp Hainhofer bekam sie 1629 während einer Reise nach Dresden am sächsischen Hof zu sehen. Er beschrieb das bisher unbekannte kleine Kunstwerk und gab ihm den Namen "Kuckucksuhr". 20 Jahre später erwähnte der
deutsche Universalgelehrte Anastasius Kircher in seiner "Musurgia Universalis" - einem damals weit verbreiteten Handbuch zur Musik und zur Affektenlehre - eine mechanische Orgel, die mit verschiedenen beweglichen Figuren ausgestattet war. Eine von ihnen war ein Kuckuck, der nicht nur mit den Flügeln schlug, sondern mit Hilfe zweier Orgelpfeifen auch seinen Ruf ertönen ließ. Die markante Tonfolge ist heute weltberühmt. 1696 schlug der italienische Architekt Domenico Martinelli in seinem Werk "Horologi Elementari" vor, sie in Uhren zur Anzeige der vollen Stunden zu verwenden. Die Geburtsstunde der Kuckucksuhr hatte damit endgültig geschlagen.

Wann und wie die Kuckucksuhr in den Schwarzwald kam, ist dagegen ungeklärt. Auch darüber, welcher Uhrmacher sie dort erstmals produzierte, streiten sich Historiker bis heute. Gesichert ist, dass die Kuckucksuhr in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Deutschland "eingewandert" ist. Der Kuckuck fand sich zunächst in Rahmenuhren ebenso wie in Lackschilduhren. Ab 1850 verdrängte die sogenannte "Bahnhäusle-Uhr" dann in kurzer Zeit alle anderen Kuckucksuhren. Sie war das Ergebnis eines Designwettbewerbs, den die Großherzoglich Badische Uhrmacherschule Furtwangen initiierte und wurde zum Urbild aller späteren Kuckucksuhren. Der ursprünglich eher puristische Entwurf wurde durch die Uhrmacher sehr schnell mit den noch heute üblichen opulenten Schnitzereien angereichert.

Industrielle Revolution - auch für die Kuckucksuhr

Die ersten Kuckucksuhren wurden durch Heimarbeiter und in reiner Handarbeit gefertigt. Allerdings hatte die Schwarzwälder Kuckucksuhr schon in ihren Anfangsjahren bei den damaligen Uhrenkäufern einen Nerv getroffen. Die Nachfrage nach den rustikalen Uhren war seit Ende des 18. Jahrhunderts ungebrochen. Schließlich machte die industrielle Revolution auch vor der Kuckucksuhr nicht halt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Handfertigung in immer größerem Umfang durch maschinelle Produktion ersetzt. Für die deutsche Uhrenindustrie war die Kuckucksuhr zum Exportschlager geworden.

Unter den beiden Weltkriegen litt naturgemäß auch das Interesse an der Kuckucksuhr. Nach 1945 erlebte sie jedoch ihr weltweites Revival. Außerhalb Deutschlands werden die meisten Kuckucksuhren übrigens in den USA verkauft, auch in Asien freuen sich inzwischen immer mehr Menschen über das das "deutsche Souvenir". Das eigentlich Bemerkenswerte ist: Die Kuckucksuhr hat eine jahrhundertelange Geschichte hinter sich. Seit über 150 Jahren hat sich ihr Design kaum noch verändert. Zwar gibt es heute auch moderne Varianten - designerisch sind viele von ihnen ausgesprochen kreativ und schön. Die Liebe der weitaus meisten Käufer gehört jedoch nach wie vor der traditionellen Kuckucksuhr. Deren Image hat sich längst vom Kitsch- zum Kultobjekt gewandelt. Spannend: Deutsche Kunden sind gegenüber den neuen Designer-Kuckucksuhren besonders offen:

Die Technik in der Kuckucksuhr

Den charakteristischen Klang der Kuckucksuhren kennt die Welt seit dem späten 17. Jahrhundert. Erzeugt wird er bei nach traditioneller Bauart hergestellten Modellen auch heute noch auf die gleiche Art und Weise. In jedes Exemplar sind zwei Orgelpfeifen mit unterschiedlichen Tonhöhen eingebaut, über denen sich ein kleiner Blasebalg befindet. Das Schlagwerk der Uhr hebt die Blasebälge an, um sie mit Luft zu füllen. Zur vollen Stunde sorgt ein mechanisches Hebelsystem dafür, dass sie - jeweils so oft, wie die Stunde gerade schlägt - sich entleeren und anschließend wieder füllen. Die durch die Pfeifen ausströmende Luft erzeugt den Kuckucksruf, durch einen separaten Hebel wird gleichzeitig eine Kuckucksfigur aus der Uhr geschoben. Bei manchen Modellen wurde dieses Prinzip erweitert: Sie verfügen über eine zweite Klappe, bei der durch den gleichen Mechanismus in Viertel- oder Halbstundenintervallen eine Wachtel erscheint und sich ebenfalls mit ihrem Ruf bemerkbar macht.

Das Pendeluhrwerk muss je nach Modell täglich oder im Wochenrhythmus aufgezogen werden. Moderne Kuckucksuhren werden zum Teil auch durch ein Quarz-Uhrwerk angetrieben, Pendel- und Kettenzug-Attrappen sorgen dann für ein traditionelles Flair.

Die größten Kuckucksuhren der Welt

Im Guinness-Buch der Rekorde ist auch die größte Kuckucksuhr der Welt verzeichnet. Natürlich befindet sie sich im Schwarzwald - im Eble Uhrenpark Schonachbach/Triberg. Ihr begehbares Uhrwerk misst 4,50 x 4,50 Meter und ist sechs Tonnen schwer. Ihr Kuckuck ist 4,50 Meter lang und mit 150 Kilogramm ebenfalls ein Schwergewicht. Eine etwas kleinere Schwester der Riesen-Kuckucksuhr befindet sich am gleichen Ort, die Maße ihres Uhrwerks betragen 3,60 x 3,10 Meter.

Kuckucksuhren in der Krise?

Die Globalisierung und die schwierigen wirtschaftlichen Zeiten der letzten Jahre haben auch vor der Kuckucksuhr nicht halt gemacht. In der letzten Wirtschaftskrise und durch den starken Euro ist vor allem ihr wichtigster Exportmarkt - die USA - in großen Teilen weggebrochen. Hinzu kommt, dass auch die Uhren aus dem Schwarzwald vor Raubkopien nicht geschützt sind. Vor allem China wirft Kuckucksuhren als Raubkopien auf den Markt - nicht nur als qualitativ minderwertige Modelle, sondern zum Teil in einer Form, die von den Originalen kaum noch zu unterscheiden ist.

Die deutschen Kuckucksuhren-Bauer haben heute also durchaus zu kämpfen. Ihre Verkaufszahlen sind zeitweise immens gesunken. Der Verband der Schwarzwälder Uhrenhersteller hat sich seit langem für ein Gütesiegel stark gemacht, das heute ein eingeführtes Marken-Siegel ist. Die Hersteller arbeiten daran, die deutschen Kuckucksuhren zu einer globalen Marke aufzubauen- die Chancen dafür stehen auf lange Sicht nicht schlecht. Eine echte Kuckucksuhr ist ein Qualitätsprodukt - und ein Hauch von Nostalgie in einer immer dynamischeren und effizienteren Welt.


 



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